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Ist ChatGPT DSGVO-konform? Was Unternehmen wissen müssen

ChatGPT ist nicht von allein DSGVO-konform. Konformität hängt vom Plan, der Konfiguration, einem AVV, einer Rechtsgrundlage und Ihren Eingaben ab. Der Überblick.

Von Alexis de ONYRI
Besorgt um Ihre Daten? Anonymisieren Sie sie vor der KI

Kurz gesagt: ChatGPT ist nicht von sich aus DSGVO-konform. Konformität ist kein Schalter im Tool, sondern das Ergebnis mehrerer Bausteine. Es kommt auf den Plan an (kostenlos, Team oder Enterprise, API oder Verbraucher-Version), auf die Konfiguration (Training deaktiviert, Speicherdauer), auf einen unterschriebenen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), auf eine gültige Rechtsgrundlage — und vor allem darauf, was Sie hineinschreiben. Wer personenbezogene Daten eintippt, ohne diese Punkte zu klären, trägt das volle Risiko selbst.

Die kurze Antwort für Unternehmen

„DSGVO-konform" ist keine Eigenschaft eines Produkts. Es ist ein Zustand, den Sie als Verantwortlicher herstellen. ChatGPT kann Teil einer konformen Verarbeitung sein — oder eine offene Flanke. Der Unterschied liegt in diesen Punkten:

  • Der Plan: Verbraucher-Versionen und Business-Angebote behandeln Ihre Daten unterschiedlich.
  • Der Vertrag: Ohne unterschriebenen AVV fehlt die vertragliche Grundlage der Auftragsverarbeitung.
  • Die Rechtsgrundlage: Für jede Verarbeitung personenbezogener Daten brauchen Sie einen Erlaubnistatbestand nach Art. 6 DSGVO.
  • Die Konfiguration: Training auf Eingaben, Speicherdauer und Zugriffsrechte müssen passen.
  • Der Inhalt: Was Sie nicht eingeben, kann auch nicht abfließen. Das ist der stärkste Hebel.

Consumer, Team/Enterprise und API im Vergleich

Nicht jedes „ChatGPT" ist gleich. Der wichtigste Unterschied für Unternehmen liegt zwischen der Verbraucher-Version und den geschäftlichen Angeboten. Nach Angaben von OpenAI werden Eingaben aus Business-, Enterprise- und API-Produkten standardmäßig nicht zum Training der Modelle verwendet; bei der kostenlosen und Plus-Version für Verbraucher ist das anders geregelt (Quelle: OpenAI-Dokumentation zu Enterprise Privacy). Prüfen Sie die aktuelle Fassung, denn diese Regeln ändern sich.

  • Kostenlos / Plus (Verbraucher): laut OpenAI können Eingaben zur Verbesserung der Modelle genutzt werden, sofern Sie dies nicht in den Einstellungen deaktivieren. Für Unternehmensdaten ungeeignet ohne klare Regeln.
  • Team / Enterprise (Business): laut OpenAI kein Training auf Ihren Geschäftsdaten standardmäßig; AVV verfügbar; mehr Kontrolle über Speicherdauer und Administration.
  • API: laut OpenAI kein Training auf über die API gesendeten Daten standardmäßig; geeignet für eigene, kontrollierte Integrationen.
  • Wichtig: „Kein Training" heißt nicht „keine Speicherung". Daten können zur Missbrauchserkennung befristet gespeichert werden — Details stehen in der Anbieter-Dokumentation.

Training auf Ihren Eingaben — was OpenAI dazu sagt

Ein Kernthema der DSGVO ist, was mit Ihren Texten nach dem Absenden passiert. Nach Angaben von OpenAI können Eingaben in der Verbraucher-Version zur Verbesserung der Modelle verwendet werden, wenn Sie das nicht deaktivieren. In den Business- und API-Produkten ist Training auf Ihren Daten laut OpenAI standardmäßig ausgeschaltet. Diese Angaben sollten Sie immer in der aktuellen Dokumentation gegenprüfen, weil Anbieter ihre Richtlinien regelmäßig anpassen.

  1. 1Prüfen Sie in den Einstellungen, ob „Modelle mit Ihren Inhalten verbessern" aktiv ist, und schalten Sie es bei Bedarf ab.
  2. 2Klären Sie die Speicherdauer: Wie lange bleiben Chats und Verläufe gespeichert?
  3. 3Halten Sie fest, welcher Plan im Einsatz ist — die Regeln unterscheiden sich je Produkt.
  4. 4Dokumentieren Sie die Einstellung als Teil Ihres Verarbeitungsverzeichnisses.

Der AVV und Ihre Rechtsgrundlage

Wenn ein Anbieter personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet, verlangt Art. 28 DSGVO einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV, englisch DPA). Ohne diesen Vertrag fehlt die rechtliche Basis für die Weitergabe. OpenAI stellt für Business- und API-Kunden einen AVV bereit; für die reine Verbraucher-Version ist das nicht dafür gedacht. Zusätzlich brauchen Sie eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO für die Verarbeitung selbst.

  • AVV unterschreiben: nur mit einem Business- oder API-Vertrag, nicht mit einem privaten Konto.
  • Rechtsgrundlage bestimmen: Einwilligung, Vertrag oder berechtigtes Interesse — je nach Anwendungsfall.
  • Drittlandtransfer prüfen: Werden Daten außerhalb der EU verarbeitet, brauchen Sie geeignete Garantien (z. B. Standardvertragsklauseln).
  • Betroffenenrechte sichern: Auskunft, Löschung und Widerspruch müssen umsetzbar bleiben.
  • DSFA erwägen: Bei sensiblen oder umfangreichen Daten kann eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig sein.

Was die Datenschutzbehörden sagen

Die europäischen Aufsichtsbehörden beobachten generative KI genau. Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) richtete eine ChatGPT-Taskforce ein und veröffentlichte am 23. Mai 2024 einen Bericht zu offenen Fragen wie Rechtsgrundlage, Transparenz und Richtigkeit der Ausgaben. Die deutsche Datenschutzkonferenz (DSK) hat mit ihrer „Orientierungshilfe KI und Datenschutz" praktische Leitplanken für den Einsatz von KI-Anwendungen formuliert. Kernbotschaft beider: Verantwortlich bleibt, wer die KI einsetzt — nicht der Anbieter allein.

  • EDSA-Taskforce: prüft unter anderem Rechtsgrundlage und Genauigkeit; die Arbeit ist laut EDSA noch nicht abgeschlossen.
  • DSK-Orientierungshilfe: empfiehlt klare Zwecke, Datenminimierung und keine sensiblen Daten in offene KI-Dienste.
  • Praxis der Aufsicht: Behörden wie der BfDI und die Landesbehörden erwarten dokumentierte Entscheidungen, keine spontane Nutzung.
  • Grundsatz: Pseudonymisierte oder aggregierte Daten reduzieren das Risiko, ersetzen aber keine Rechtsgrundlage.

Entscheidungstabelle und Datenminimierung

Bevor Sie ChatGPT im Unternehmen freigeben, arbeiten Sie diese Punkte ab. Die Tabelle zeigt je Plan oder Einstellung, was Sie prüfen sollten. Der wirksamste und einfachste Hebel steht am Ende: Geben Sie personenbezogene Daten gar nicht erst ein. Das ist gelebte Datenminimierung nach Art. 5 DSGVO.

Plan / EinstellungWas Sie prüfen müssenWarum es zählt
Kostenlos / Plus (Verbraucher)Training in den Einstellungen deaktivieren; keine personenbezogenen Daten eingebenLaut OpenAI können Eingaben sonst zur Modellverbesserung genutzt werden
Team / Enterprise (Business)AVV unterschreiben; Speicherdauer und Adminrechte festlegenKein Training auf Geschäftsdaten laut OpenAI, aber Vertrag nötig
APIAVV prüfen; Datenfluss und Speicherung dokumentierenStandardmäßig kein Training laut OpenAI; Integration bleibt in Ihrer Verantwortung
Rechtsgrundlage (Art. 6)Einwilligung, Vertrag oder berechtigtes Interesse bestimmenOhne Erlaubnistatbestand ist die Verarbeitung unzulässig
DrittlandtransferGarantien wie Standardvertragsklauseln prüfenVerarbeitung außerhalb der EU braucht geeignete Absicherung
Eingabe / InhaltNamen, Kundendaten und Geheimnisse vorab entfernen oder ersetzenWas nicht gesendet wird, kann nicht abfließen — stärkster Hebel

Genau hier setzt ein Werkzeug wie ONYRI Sanitize an. Es erkennt sensible Daten in Ihrem Prompt und ersetzt sie durch umkehrbare Platzhalter (Token), bevor der Text an die KI geht. Der Abgleich zwischen Token und Originalwert bleibt in Ihrem Browser und verlässt ihn nie. Nach der Antwort werden die echten Werte wieder eingesetzt. Wichtig und ehrlich: Das ist Pseudonymisierung, keine Anonymisierung. Pseudonymisierte Daten bleiben nach Erwägungsgrund 26 der DSGVO personenbezogen. Der Ansatz senkt die Offenlegung und stützt die Datenminimierung — er ersetzt aber weder AVV noch Rechtsgrundlage.

Fazit: Behandeln Sie ChatGPT wie jeden anderen Dienstleister. Klären Sie Plan, Vertrag, Rechtsgrundlage und Konfiguration — und minimieren Sie, was Sie überhaupt eingeben. Dann wird aus einer offenen Flanke ein kontrollierter Baustein.

Häufig gestellte Fragen

Ist die kostenlose Version von ChatGPT DSGVO-konform?
Nicht ohne Weiteres. Laut OpenAI können Eingaben in der Verbraucher-Version zur Modellverbesserung genutzt werden, sofern Sie dies nicht deaktivieren. Für personenbezogene Unternehmensdaten fehlen zudem AVV und passende Konfiguration. Geben Sie hier keine personenbezogenen Daten ein.
Brauche ich einen AVV, um ChatGPT im Unternehmen zu nutzen?
Ja, wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden. Art. 28 DSGVO verlangt einen Auftragsverarbeitungsvertrag. OpenAI stellt einen AVV für Business- und API-Kunden bereit, nicht für private Konten. Zusätzlich brauchen Sie eine Rechtsgrundlage nach Art. 6.
Werden meine Eingaben zum Training verwendet?
Das hängt vom Produkt ab. Nach Angaben von OpenAI werden Business-, Enterprise- und API-Daten standardmäßig nicht zum Training genutzt, Verbraucher-Eingaben unter Umständen schon. Prüfen Sie die aktuelle OpenAI-Dokumentation, da sich die Regeln ändern.
Macht Anonymisieren vor dem Senden ChatGPT rechtssicher?
Es hilft, ist aber kein Freibrief. Werkzeuge wie ONYRI Sanitize pseudonymisieren Ihre Daten und senken die Offenlegung. Pseudonymisierte Daten bleiben laut Erwägungsgrund 26 personenbezogen. AVV, Rechtsgrundlage und Dokumentation bleiben weiterhin nötig.

Quellen & Referenzen

Behalten Sie Ihre sensiblen Daten in Ihrem Browser

ONYRI Sanitize erkennt und maskiert Ihre sensiblen Daten, bevor sie die KI erreichen, und stellt anschließend die Antwort wieder her — vom Namen bis zum API-Schlüssel.

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